Amateure
Amateure grenzen sich von Professionellen ab, da Sie eine Tätigkeit, z.B. ein Hobby, einen Beruf, etc., aus Spaß ausüben, ohne dafür finanzielle Vergütung zu erhalten. Das soll nicht heißen, dass Amateure nicht berufstätig sind, sondern dass sie gegebenenfalls einem Hobby zusätzlich zur Berufstätigkeit nachgehen.
Der Begriff „Amateur“ hat einen französischen Ursprung. „Amateur“ heißt übersetzt Liebhaber. Amateure erreichen in der Regel bei der Ausübung einer Tätigkeit kein professionelles Niveau, dennoch ist es möglich, dass Amateure dieselben Sachkenntnisse wie Professionelle vorweisen können. Leider wird der Begriff „Amateur“ oftmals pejorativ verwendet und damit die Nicht-Erfüllung einer gewissen Professionalität unterstrichen. Dabei wird verkannt, dass Amateure gar nicht darum bemüht sind, professionelle Ergebnisse zu erzielen. Um politisch korrekte Bezeichnungen zu wählen, empfiehlt es sich daher den Terminus „Semi-Professionalität“ anstatt „Amateur“ zu verwenden. Darunter versteht man Personen, die eine Tätigkeit als Amateur ausüben, deren Ergebnis aber nahezu professionellen Ergebnissen gleichkommt.
Amateure im Sport
Die Definition des Begriffs „Amateur“ ist vor allem im Sport unklar. Bis ins Jahr 2005 wurden die Fußballer einer zweiten Mannschaft immer als Amateure bezeichnet, obwohl der Sport ihre Haupteinnahmequelle darstellte.
Unter geschichtswissenschaftlicher Perspektive ist der Ausdruck „Amateur“ ebenfalls kritisch, da die Kommunisten während des Kalten Krieges den Begriff „Amateur“ mit einer Bedeutung belegten, die den Westeuropäern unverständlich war und dieser Begriff infolge zu schwerwiegenden Missverständnissen geführt hat.
Aufgrund der zahlreichen Konfliktherde rund um den Amateur-Begriff wird in den meisten Bereichen (Sport, Wirtschaft, Politik) auf andere Termini ausgewichen. Obwohl sich der „Amateur“-Begriff vor allem im Ballsport etabliert hat, wird gerade dort immer mehr Abstand von jener Bezeichnung genommen. Die Untergliederung in Amateure und Profis wird zunehmend aufgehoben und stattdessen zwischen Vertragsprofis und Vertragsamateuren unterschieden. Ein Vertragsamateur zeichnet sich dadurch aus, dass er seinen Lebensunterhalt nicht mit der jeweiligen Sportart verdient. Normalerweise beziehen Vertragsamateure ihr Gehalt nicht aus dem Sport bzw. es ist zu gering, um es als Gehalt aufzufassen. Dahingegen beziehen Vertragsprofis ihren Lebensunterhalt aus den Verdiensten bei ihrem Verein.
Bei Fußballmeisterschaften ist das Verhältnis von Vertragsprofis und Vertragsamateuren eindeutig in den Statuten festgelegt. Eine Beschränkung der eingesetzten Vertragsamateure in einem Meisterschaftsspiel ist heute in nahezu allen Fußballnationen normal und selbstverständlich.
Privatamateure in der Pornographie
Privatamateure in der Pornographie sind Personen, die pornographisches Filmmaterial (auf Videos, DVD, via Streaming, VOD) oder Bilder/Fotos, von sich der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die pornographischen Aufzeichnungen oder Bilder/Fotos werden im Internet bzw. in den Printmedien veröffentlicht, sind der Allgemeinheit zugänglich und in vielen Fällen gratis. Auf kostenpflichtigen Websites werden in der Regel die Einnahmen zwischen Privatamateuren, Seitenbetreibern und Affiliate-Partnern aufgeteilt.
Amateure in der Musik
Amateure gibt es selbstverständlich auch in der Musikbranche. Ein Musik-Amateur musiziert primär aus Freude an der Musik. Er verlangt im Rahmen von Hochzeiten, Gartenfesten und Geburtstagen keinen festen Stundensatz, sondern er wünscht sich vielmehr eine finanzielle Anerkennung. Musiker, die ihre Liebe zur Musik zu ihrem Beruf machen, werden bezahlt wie in jedem anderen Beruf auch.
Amateure in der Wissenschaft
Überraschende Erfolge und Erkenntnisse verdankt die Wissenschaft oftmals Amateuren, die zufällig großartige Dinge entdecken. Bis ins Jahr 1950 war es keine Seltenheit, dass Amateur-Wissenschaftler mit den qualifizierten Fachkräften Hand in Hand arbeiteten. Aufgrund des heutigen Schul- und Universitätssystems und den zunehmenden fachlichen Spezialisierungen sind Amateure in der Forschung zu Raritäten geworden. Alfred Rust ist einer der bekanntesten Amateure, weil er sich dank herausragender Erkenntnisse in der Archäologie einen Namen machte. Im Bereich der Astrologie sind Amateure noch am häufigsten anzutreffen. Diese organisieren sich meist in Astronomie- bzw. Astrologievereinen und überzeugen nicht selten mit überraschenden Entdeckungen.
Amateure in Theater
In praktisch jeder Stadt oder jeder Dorfgemeinde existieren professionelle Schauspieler und Freizeitschauspieler neben einander. Die Unterteilung in Profikünstler / -schauspieler und Freizeitschauspieler muss nicht unbedingt etwas über das Niveau des Darstellers aussagen, sondern definiert lediglich, ob der Künstler mit seiner Kunst seinen Gehalt verdient oder nicht. Laienspielgruppen offerieren sehr oft qualitativ hochwertige Aufführungen und setzen damit professionelle Schauspielgruppen erheblich unter Druck. Dennoch gibt es auch gemischte Schauspielgruppen aus Profis und Amateuren, die sich gleichermaßen aus professionellen Künstlern und Amateuren zusammensetzen. Ein geeignetes Beispiel hierfür ist beispielsweise das Amateur-Kabarett Mindener Stichlinge mit den Profis Herbert Feuerstein und Dieter Hüsch.
Amateure im Funk
Im Amateurfunkdienst existieren zwei Bezeichnungen: Amateurfunker und Funkamateure. Die Bezeichnung Funkamateur wird allerdings bevorzugt, da die Konnotation eines weniger qualifizierten Funkers ausgeschlossen wird. Wie in den meisten Wissenschaftsbereichen fördern Funkamateure ebenfalls häufig das technische Voranschreiten in der Wissenschaftsdisziplin und erbringen teils erstaunliche Befunde. Viele Technikliebhaber finden im Amateurfunk ein interessantes Hobby, das sie neben ihrer beruflichen Haupttätigkeit ausüben. Oftmals eröffnet aber auch das Engagement in einem Amateurfunk-Verein lukrative, unvorhersehbare Berufs(quer-)einstiege.
Amateure in der Informatik
Im Bereich der Informatik sind Amateure sehr beliebt und nützlich. Dank den Amateuren, vor allem dank jener, die über sehr gute Technik- und Informatikkenntnisse verfügen, können Softwarefehler in Programmen schneller entdeckt und unverzüglich behoben werden. Das Open-Source-Projekt von Linux kann allein wegen der Mitarbeit zahlreicher Amateure ein Betriebssystem zur Verfügung stellen, das weitgehend mit professionellen Betriebssystemen konkurrieren kann.
Sprachliche Besonderheiten um den Begriff „Amateur“
Das aus dem französischen stammende Wort „Amateur“ entspricht dem deutschen Wort Laie oder Anfänger. Die Semantik des Wortes „Amateur“ beschreibt eine Person, welche sich für eine bestimmte Tätigkeit interessiert, diese begeistert ausübt und keine finanziellen Ambitionen damit verbindet. Mit dem Gebrauch des Begriffes Amateur wird keine wertende Größe aufgerufen. Der Begriff ist vollständig wertneutral, wenn auch – fälschlicherweise - oftmals eine geringere Qualität mit ihm verknüpft wird.
Ausdrücke mit derselben Bedeutung, sog. Synonyme, sind Dilettant, Laie, Anfänger oder Liebhaber. Antonyme, Worte mit gegenteiliger Bedeutung, sind Fachmann oder Profi.